Japan erleben, Sake entdecken: Unterwegs mit unserem Experten Jeremy
DACH, Frankfurt
Was macht eine Japanreise wirklich unvergesslich? Für unseren Japanexperten Jeremy Batt sind es oft die kleinen Begegnungen, besonderen Geschmackserlebnisse und persönlichen Geschichten abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten. Im Interview erzählt er von seiner Leidenschaft für Sake, seinen Jahren in Japan und den Erlebnissen, die ihm bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Japan begeistert mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten, beeindruckenden Landschaften und einer einzigartigen Kultur. Doch oft sind es gerade die ungeplanten Begegnungen und kleinen Entdeckungen unterwegs, die eine Reise besonders machen: der Besuch in einer familiengeführten Sake-Brauerei, ein Gespräch mit einem traditionellen Handwerker oder ein regionales Gericht, dessen Geschmack man auch Jahre später nicht vergessen hat.
Für Jeremy Batt sind solche Erlebnisse ein wesentlicher Teil des Reisens. Unser Senior Travel Consultant und ehemaliger Product Manager hat viele Jahre in Japan gelebt und dabei weit mehr als die bekannten touristischen Highlights kennengelernt. Während seines Studiums in Akita und seiner späteren Zeit in Kyoto entwickelte er eine besondere Verbindung zur japanischen Kultur, zu den Menschen und den regionalen Traditionen des Landes.
Eine seiner größten Leidenschaften ist Sake. Was mit ersten Verkostungen während seiner Studienzeit begann, wurde durch Besuche in Brauereien und persönliche Begegnungen mit ihren Mitarbeitern zu einem festen Bestandteil seines Lebens in Japan. Besonders die Kombination aus traditionellem Handwerk, regionaler Identität und gelebter Gastfreundschaft fasziniert ihn bis heute. Diese Begeisterung hat auch seine berufliche Laufbahn geprägt: Bei der Entwicklung von Japanreisen legt Jeremy großen Wert auf Erlebnisse, die Reisenden einen persönlichen Zugang zum Land ermöglichen und gleichzeitig lokale Betriebe unterstützen.
Im Interview erzählt Jeremy, wie seine Leidenschaft für Sake entstanden ist, warum ihn die Menschen in Tohoku besonders geprägt haben und weshalb für ihn eine außergewöhnliche Japanreise nicht von der Anzahl besuchter Sehenswürdigkeiten abhängt. Dabei verrät er auch, welches kleine Kirschblütenritual in Kyoto ihm besonders in Erinnerung geblieben ist.
Jeremy Batt im Interview
Wie bist du zum ersten Mal mit Sake in Berührung gekommen?
Jeremy: Meine erste Begegnung mit gutem Sake hatte ich während meines Studiums in Akita, einer wichtigen Reisanbauregion. Damals konnte ich ihn noch nicht richtig schätzen. Das änderte sich, als ich später in Kyoto Reisen entwickelte und auf einer Informationsreise nach Yosano eine Brauerei besuchte. Dort probierte ich zum ersten Mal frischen, nicht pasteurisierten Nama-Sake direkt aus dem Tank. Das hat mich umgehauen!
Danach wollte ich immer mehr darüber erfahren und habe Brauereibesuche in viele meiner Gruppenreisen eingebaut. So konnten die Gäste etwas Besonderes erleben und zugleich lokale Betriebe unterstützen.
Wie wurde aus Interesse echte Leidenschaft?
Jeremy: Mit der Zeit lernte ich immer mehr Sake-Brauereien kennen. Meine damalige Freundin, heute meine Frau, schrieb in Kyoto ihre Abschlussarbeit darüber, wie sich die traditionelle Sake-Branche an moderne Trinkgewohnheiten anpasst. Durch meine Kontakte konnte sie Interviews mit Brauereimitarbeitern führen – und wurde schließlich von Daimon Sake in Osaka eingestellt.
Ich verbrachte daraufhin viele Wochenenden in der Brauerei: Ich führte Gäste herum, half bei Festivals und organisierte sogar eigene Spieleabende mit Sake-Verkostungen. Sake war längst viel mehr als ein berufliches Interesse.
Was ist für dich das beste Sake-Erlebnis in Japan?
Jeremy: Für mich gibt es nichts Besseres, als im Frühling eine Sake-Brauerei zu besuchen und dort frischen Nama-Sake zu probieren. Den gibt es zwar auch in Europa, aber hier ist er ziemlich teuer. Und ihn direkt in einer japanischen Brauerei zu probieren, ist für mich einfach etwas ganz Besonderes. Als ich in Kyoto gelebt habe, lag die Matsui-Brauerei nur ein paar Straßen von meiner Wohnung entfernt.
Zur Kirschblüte habe ich mir jedes Jahr eine Flasche ihres Nama Kagura Sake geholt und sie am Fluss unter den blühenden Kirschbäumen genossen. Das war ein kleines Ritual, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.
Worauf kommt es bei einer Sake-Verkostung an?
Jeremy: Nimm dir bei einer Verkostung Zeit und achte darauf, was du wirklich schmeckst. Sake kann ganz unterschiedlich sein. Ich liebe die feine Süße und das leichte Prickeln eines frischen Nama-Sake. Andere mögen lieber einen kräftigen, unkomplizierten Futsushu.
Und: Teurer bedeutet nicht automatisch besser. Die feinen Aromen eines Junmai Daiginjo gehen neben scharfem koreanischem Fried Chicken unter. Ein warmer Honjozo kann dazu viel besser passen, obwohl er nur einen Bruchteil kostet. Entscheidend ist, was dir schmeckt – und was zum Essen passt.
Was fasziniert dich an Japans Handwerk?
Jeremy: Der Begriff Shokunin steht für Menschen, die sich mit großer Hingabe einem Handwerk widmen. Mich berührt, was Keramiker, Tischler oder Köche mit ihren Händen erschaffen. Gleichzeitig ist es traurig, wie schwer es für viele von ihnen heute ist, von ihrem Handwerk zu leben. Deshalb baue ich solche Begegnungen gern in Reisen ein.
In einer Werkstatt erlebt man das Handwerk unmittelbar – oft ohne Eintritt zahlen oder anstehen zu müssen. Und wer dort etwas kauft, nimmt statt eines beliebigen Souvenirs vielleicht ein handgefertigtes Stück mit nach Hause, das dich ein Leben lang begleitet.
Warum gehört gutes Essen für dich dazu?
Jeremy: Geschmack und Geruch bleiben uns oft anders in Erinnerung als das, was wir nur sehen. Vielleicht weißt du in sechs Jahren nicht mehr, wie dein Hotelzimmer in Kanazawa aussah.
An ein frisch zubereitetes Krabbengericht, das du direkt am Hafen genießt, kurz nachdem die Fischerboote zurückgekehrt sind, erinnerst du dich dagegen wahrscheinlich noch ganz genau.
Über regionale Spezialitäten erfährst du viel über einen Ort: was dort angebaut, gefangen und seit Generationen gekocht wird. Für mich ist das ein wesentlicher Teil des Reisens.
Warum liegt dir Tohoku so am Herzen?
Jeremy: Ich war 20 oder 21, als ich in Tohoku lebte. In diesem Alter findet man noch heraus, wer man sein möchte. Die Freundlichkeit der Menschen dort hat mich sehr geprägt. Ich erinnere mich an die Studenten, mit denen ich gefeiert habe, an Gastfamilien und an all die Ausflüge, für die ich damals Zeit hatte.
Besonders liebe ich Semboku in der Präfektur Akita. Dort kann man auf Bauernhöfen übernachten und lokale Feste miterleben. Ich würde Reisenden diese Region unbedingt empfehlen – gerade, wenn sie Japan jenseits der großen Städte kennenlernen möchten.
Wie bist du zu Japanspecialist gekommen?
Jeremy: Eigentlich hatte ich mich für eine Stelle im Vertrieb beworben. Mein Lebenslauf weckte dann aber das Interesse von Karolina, unserer CEO: Sie suchte jemanden, der das Team zum Thema Skireisen in Japan schulen konnte. Meine Präsentation kam gut an, und so durfte ich auch in der Produktentwicklung mitarbeiten. Wissen über Japan weiterzugeben macht mir unglaublich viel Freude.
Ich hatte das Glück, viele Regionen des Landes kennenzulernen. Nun möchte ich auch anderen die weniger bekannten Seiten Japans zeigen – und dazu beitragen, dass Reisende lokale Betriebe und Traditionen unterstützen.
Was macht eine Japanreise außergewöhnlich?
Jeremy: Authentizität. Das kann die herzliche Gastfreundschaft in einem kleinen Ryokan auf dem Land sein. Oder ein Handwerksmeister in siebter Generation, der die Arbeit seines Vaters und Großvaters mit Begeisterung fortführt und an seinen Sohn weitergeben möchte. Vielleicht ist es auch ein einfaches Gericht aus Zutaten der Region, das hier schon seit Generationen gegessen wird.
Solche Erlebnisse müssen nicht teuer sein. Eine außergewöhnliche Reise muss sich vor allem echt anfühlen.
Japan persönlich erleben
Eine Sake-Verkostung in einer kleinen Brauerei, ein Blick hinter die Kulissen einer traditionellen Handwerkswerkstatt oder ein Abendessen mit regionalen Spezialitäten: Jeremy hat auf seinen Reisen erlebt, wie bereichernd es sein kann, Japan abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten zu entdecken.
Diese Begeisterung teilt er mit unserem gesamten Team. Unsere Reiseexperten kennen Japan nicht nur aus Reiseführern, sondern aus eigenen Erlebnissen, persönlichen Begegnungen und vielen Jahren Erfahrung. Dieses Wissen lassen sie in jede Reiseplanung einfließen und entwickeln daraus individuelle Reiserouten, die zu deinen Interessen und Vorstellungen passen.
Vielleicht möchtest du die japanische Esskultur näher kennenlernen, traditionelle Handwerker besuchen oder Regionen erkunden, die bei vielen Reisenden noch unter dem Radar liegen. Bei einer maßgeschneiderten Japanreise entscheidest du, was dir wichtig ist – und wir kümmern uns darum, aus deinen Wünschen eine stimmige Reiseroute zu gestalten.
Du hast schon eine Vorstellung von deiner Traumreise oder suchst noch nach Inspiration? Erzähl uns, was dich an Japan begeistert. Gemeinsam gestalten wir deine ganz persönliche Japanreise.
Plane deine Reise mit uns
Wende dich an einen unserer Reiseberater, die dir gerne dabei helfen, die Reise zu organisieren, von der du schon immer geträumt hast.
Online-Reiseberatung
Diese Artikel könnten auch interessant sein
Japan ist bekannt für seine hervorragende Küche und einzigartigen kulinarischen Erlebnisse, die Besucher aus aller Welt anziehen. Aber was, wenn du kein Gluten […]
Planst du deine Reisen am liebsten rund ums Essen? Dann ist die EXPO 2025 in Osaka das perfekte Reiseziel für dich. Diese Weltausstellung in der japanischen […]
Die japanische Teezeremonie, auch bekannt als Cha no Yu oder Sadō, ist ein faszinierendes Ritual, das tief in der Kultur Japans und dem Zen-Buddhismus verwurzelt ist. […]